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Installation Elektro

Mit der Elektroanlage erreichen wir in der zeitlichen Abfolge unseres Innenausbaus den Abschluß. Wir haben lange überlegt welcher Energiebedarf unterwegs entstehen wird, letztlich ist der Aufwand für den Bau der Anlage eine individuelle Entscheidung auf die eigenen persönlichen Bedürfnisse ausgerichtet. Wir haben einen Plan mit allen Verbrauchern, deren Leistungsaufnahme, und der geplanten Einsatzdauer erstellt. Mit dem theoretischen täglichen Gesamtbedarf und unseren geplanten Energieerzeugern versuchen wir die Anlage möglichst einfach zu halten.

Unser Aufbau wird mit 12V und 110/230V betrieben und wir verwenden in unserer Installation folgende Komponenten:

Ein Sterling Batterie zu Batterie Ladegerät (Eingang 24V/30A und Ausgang 12V/50A) zur Ladung während der Fahrt. Ein Philippi ALC 48 Laderät mit Eingang 110/220V und Ausgang 12V/48A welches über Nockenschalter durch Landstromanschluß oder Generator betrieben wird. Zusätzlich wird eine Solaranlage mit vier Solara S 405M36 Modulen (je 100 WP) und Victron BlueSolar MPPT 12/24V-50A Solarregler installiert werden. Die Speicherung des Stroms wird durch zwei EXIDE ES 2400 Gelbatterien (2x 210Ah) sichergestellt. Für kurze Einsätze von 230V Geräten reicht uns ein 1000 Watt Wechselrichter welcher auch den Betrieb der Klimaanlage mit 12V auf kleiner Kühlstufe ermöglichen würde. Mit dem Generator kann auf Bedarf die Klimaanlage auf voller Leistung, oder die Heizung und andere 230V Geräte autark betrieben werden.

Für Monitoring, Absicherung und Verteilung des Strom verwenden wir Komponenten von Philippi. Wie man auf den Bildern sieht kommt da eine Menge an Material zusammen.

Als Stromquellen für die Wohnkabine sind unter dem Kabinenboden ein fest eingebauter Dieselgenerator, ein Landanschluß mit CEE Steckdose und der Anschluß der Fahrzeugbatterien in Richtung Batterie zu Batterie Ladegerät (24V/12V) vorgesehen.

Alle Versorgungsleitungen werden von den einzelnen Anschlußpunkten gemeinsam unter dem Kabinenboden über Leerrohr zur Durchführung durch den Kabinenboden in Richtung Elektro-Verteilung geführt.

Neben der Elektro-Verteilung werden direkt und ohne lange Leitungswege die beiden Gel Batterien eingebaut. Diese speichern mit einer Gesamtkapazität von 420 Ah den notwendigen Strom für das Leben an Bord.

Für die Verkabelung der Bordelektrik verwenden wir ca. 200 Meter H07VK Litzen welche mit Schutzrohr und Kabelkanal verlegt werden. Die Anschlüsse werden mit Stossverbindern und Aderendhülsen ausgeführt.

Die Kanäle für die Installation hatten wir bereits bei unserem Möbelbau weitestgehend berücksichtigt. Trotzdem ist jetzt kaum noch Platz vorhanden und die Verlegung der Kabel ist nicht ganz einfach. Als eine der ersten Arbeiten verlegen wir die Kabel für die Heizung. Wenn die Kabel in Elektro-Kanälen verlegt werden bleibt eine gewisse Ordnung erhalten.

Als Beleuchtung haben wir LED Leuchten gewählt. Diese sind über die Schalter im Eingangsbereich einzeln zu schalten und an der Leuchte zusätzlich dimmbar.

Die Schalter werden zentral am Eingang installiert, von hier aus sind sie aus der ganzen Kabine heraus gut erreichbar. In der Mitte der Kabine befindet sich der Umschalter des Wechselrichter mit 230V Steckdose welche über Batterie betrieben wird.

Nach der Verlegung der Leitungen wird das Elektromodul gebaut. Es dient zur Verteilung des Stroms und Unterbringung einzelner Geräte auf relativ kleiner Fläche. Der untere Teil des Moduls besteht aus Einzelsteckdosen welche bei verfügbaren 230V die Elektrogeräte versorgt. Zusätzlich entsteht auf der rechten unteren Seite eine Aussparung für das Versorgungsrohr der Klimaanlage.

Der obere Platz des Moduls beinhaltet den Wechselrichter und die zwei Netzgeräte für Kühlschrank und Gefrierschrank sowie alle Hauptsicherungen vor den Wohnraumbatterien, die Masseschiene und zwei Mess-Shunts zur Überwachung von Batterie und Ladeaktivitäten. Alles wird gleich beschriftet um späteres Suchen zu vermeiden.

Die Leitungswege werden sehr kurz gehalten, hinter dem Modul werden die Batterien installiert, auf dem oberhalb verfügbaren Platz der seitlichen Küchenwand werden die zwei Ladegeräte montiert. Die Leitungen von Starterbatterie, Generator und Landanschluß werden vor den Hauptsicherungen durch den Kabinenboden geführt.

Jetzt beginnt die Montage der Schalttafel, sie besteht aus den Sicherungen der einzelnen angeschlossenen Verbraucher, dem Monitor für Batterie- und Tanküberwachung, der Landanschlußeinheit mit FI-Sicherung und 230V Steckdose. Zusätzlich werden über Leertafeln die Bedienpanele von Heizung und Generator harmonisch integriert. Der Hauptschalter für Umschaltung von Land- zu Generatoranschluß sowie der Gasdetektor finden dort ebenfalls ihren Platz.

Alle Elemente werden probeweise angeordnet, danach beginnt das Anzeichnen auf Holzbrett und Aluminium-Leertafeln. Das Ausschneiden ist sehr umfangreich, es entstehen eine Menge Aussparungen. Im oberen Teil der Schalttafel wird ein Lüftungsgitter für die Abluft der Geräte vorgesehen.

Die Schalttafel wird mit Push-Lock-Verriegelung als Tür gebaut. So ist der schnelle Zugang zu Sicherungen, Reihenklemme und Geräten sichergestellt.

Im Schaltschrank werden das B2B Ladegerät und das Hauptladegerät eingebaut und angeschlossen. Zusätzlich findet der Batteriehauptschalter mit integrierter Batterieüberwachung hier seinen Platz. Hier entstehen alle Verbindungen von Wohnraumbatterien, Ladegeräte, Elektromodul und Schalttafel.

Alle Verbraucher werden über Reihenklemmen zu den Sicherungen der Schalttafel geführt, hier werden auch die Heizungssteuerung, die Generatorsteuerung und die Tanküberwachungen angeschlossen.

Die erste Inbetriebnahme der Elektroanlage ist ein ganz besonderer Moment des Innenausbau.

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